GCO-Radio: Interview mit Communityfansites
Von Martin Eichler • 13. Jul 2009 • Kategorien: Games Convention Online, NewsGCO Radiomitschnitt vom 10.07.09:
Communityarbeit: Fanseiten im Fokus
In den vorigen Radiosendungen zur Games Convention Online ging es allgemein um Spielercommunities und Gilden. In der letzten Sendung war Silvana Kürschner von der GCO zu Gast und beantwortete Lena „Amonbell“ Eierhoff und Julius „Amrac“ Kuschke Fragen rund um das Thema Games Convention Online.
In der dritten Ausgabe des GCO-Radios geht es um ein weiteres Communitythema: Die Fanseiten. Zu Gast sind dieses Mal „Van Kaiser“ von der Fanseite Eve-Online.de, „Oracle“ von Aion-Germany.de, „Lordrepha“ von GW-Fanseiten.de und „Garry“ vom Gamona Fanseitenportal (u.a. worldofwar.de)
Die Moderatoren Julius und Lena befragten die High Society der Fanseitenbranche zu unterschiedlichen Themen. Was waren die Beweggründe, eine Fanseite zu kreiren, oder wie sieht ein typisches Fanseitenteam aus? Wie sieht das tägliche Leben eines Forenadmins oder Moderators aus? Was sind eure guten und schlechten Erfahrungen, die ihr mit eurer Fanseite erfahren habt?
Hier ein interessanter Auszug aus dem Radiointerview:
GCO-Radio: Was hat euch dazu getrieben, genau für dieses Spiel eine Fanseite zu kreieren?
Oracle:
Das ist eigentlich Just For Fun entstanden. Ich hatte auch vorher schon Lineage gespielt und dafür Clanseiten erstellt. Mit der Zeit habe ich dann mit dem Spiel aufgehört und war auf der Suche nach einem neuen Spiel. Das Einzige, was mich so interessiert hatte, war Aion. Damals gab es noch keine wirklichen Informationen und Fanseiten zum Spiel und da dachte ich mir: Ok, da machen wir doch mal was!
Lordrepha:
Ich habe GW nach Release direkt exzessiv gespielt und bin tief in die Materie eingestiegen. Irgendwann meinte dann die Gilde, der ich beigetreten war: Hey, lasst uns mal eine Gildenwebsite machen. Davor hatte ich schon mal ein großes Projekt betreut, habe mich jedoch hierfür nicht wirklich interessiert. Es hat sich dann jemand gefunden, der sich dem annahm, als ich jedoch die Website sah, gab es bei mir, als Webentwickler/Webdesigner, einen innerlichen Aufschrei: Damit werden wir sicherlich keinen Blumentopf gewinnen…
So bin ich da dann letzten Endes reingeschlittert, habe mir das Projekt angeeignet und habe es weiterprogrammiert und entwickelt bis zur jetzigen Fanseite. Meine Motivation besteht darin, die Community zu unterstützen mit dem, was man selber weiß und eine Plattform zu biete, um sich austauschen zu können und auch entsprechendes Feedback zu bekommen und beobachten zu können, wie das Projekt dann Früchte trägt und dadurch zu wissen, dass es kein „sinnentleertes“ Projekt ist.
GCO-Radio: Wie sieht ein typisches Fanseitenteam aus? Wie seid ihr vom Team her aufgestellt?
Garry:
Wir haben damals mit drei oder vier Leuten angefangen. Interessanter Weise sind es heute nicht wirklich mehr. Wir hatten es mit einem großen Team versucht, mit vielen, vielen freien Schreiberlingen, mit Helferlein von Außen, das werden die anderen hier bestätigen können, das funktioniert einfach nicht, weil man sich leider schlichtweg nicht auf alle Leute verlassen kann.
Die ganz wenigen Leute, die anders gestrickt sind, die muss man rauspicken und wird diese später auch dann mal persönlich kennen lernen und aus der Community akquirieren.
Das Kernteam besteht bei uns Heute immer noch nur aus drei bis vier Leuten und einige Moderatoren für die Seite. Wir haben einen Programmierer, der sich um die Technik kümmert, ich kümmere mich um Kosten und Kooperationen und wird haben zwei Schreiberlinge, die für den Großteil des gesamten Inhalts zuständig sind. So läuft das eigentlich, dass hat sich soweit eingespielt und läuft gut.
GCO-Radio: Was macht eine gute Fanseite aus und worauf sollte man auf jeden Fall achten?
Van Kaiser:
Wichtig ist es, informativ zum Spiel zu sein. Die Community muss an einer Fanseite mitarbeiten können in Form von Informationen oder Verbesserungsvorschlägen. Das ist mit unter das Wichtigste an einer Fanseite, dass die Community mitwirken kann. Unterstützung vom Hersteller ist immer gut. Wir werden beispielsweise von CCP unterstützt, zum Beispiel bei Gewinnspielen. Es muss auch was einzigartiges sein auf der Fanseite, etwas was die Leute entsprechend anzieht. Wir haben Grafiken, die es sonst nirgends gibt, wir schreiben Geschichten oder helfen den Leuten, speziell den Einsteigern, wie sie einfacher in das Spielgeschehen einsteigen können und schneller vorankommen. Man braucht also etwas, das die Community interessiert und was die Community anzieht zu dieser Seite.
Oracle:
Das A und O eines solchen Projektes ist der Zeitaufwand. Man muss sich überlegen, wie viel Zeit man dafür zur Verfügung hat und wie es langfristig mit der Zeiteinteilung aussieht. Ein Forum sollte für die Community zur Verfügung stehen, Webseitenkenntnisse sollte man haben, viel Zeit und Geduld und natürlich Interesse am Spiel, für das man diese Website erstellt.
Lordrepha:
Die Community ist auf jeden Fall ein wichtiger Pfeiler. Jemand, der das Ganze aus dem Boden stampfen möchte, sollte entweder Ahnung im Bereich Grafik und Programmierung haben oder jemanden kennen, der sich damit auskennt. Was ich immer sehr stark beobachte, sind die Hypes um ein bestimmtes Spiel, wo sich viele denken: „Woah! Für Spiel XY mach ich jetzt eine Fanseite!“ Aber was es bedeutet, diese Fanseite im nachhinein zu betreiben, wissen die wenigsten. Denn es ist nicht damit getan, irgendwelche Grafiken aneinander zu Reihen oder Quellcode zu schreiben, dass ist nicht das Wichtigste. Das Projekt zieht einen riesigen Rattenschwanz hinter sich her, dass habe ich damals selbst nicht gedacht. Daher bin ich auch ein Fan davon, alles miteinander und untereinander zu verknüpfen, daher hab ich auch beispielsweise das MMORPG-Radio auf meiner Website verknüpft, informiere auch über das Radio und denke man kann sich somit untereinander helfen, da es nicht immer so einfach ist, neue Inhalte einzustellen. Für mich persönlich ist das Wichtigste das Informative. Jemand der auf die Website kommt und wird nicht informiert, ist sofort wieder weg. Es ist sicherlich auch immer etwas zielgruppenorientiert. Nach welcher Information sucht man? Welche Informationen bekomme ich? Im Prinzip bin ich der Meinung, dass eine Community erst durch einen starken Background der Website entsteht. Eine Community bedeutet letztendlich auch immer auch Geld und einen gewissen Marktanteil, wobei ich mich jetzt nicht mit den großen Websites vergleichen möchte. Daher muss ich dazu sagen, dass ich persönlich versucht habe das Ganze als Prozess zu sehen und binde neue Goodies ein, damit die User sich sagen: „Mensch, dass war ja vorher noch nicht da, das ist ja Klasse, da melde ich mich direkt mal an“. Zur Frage ob nur die Community es ausmacht, sage ich mal nein.
Den gesamten Radiomitschnitt könnt ihr euch wie gewohnt am Artikelanfang anhören.
Martin "Xathaes" Eichler
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Schön geschrieben :)
Freue mich schon auf die GCO und hoffe auf ein Kart-Rennen gegen die Radio Mod´s :)
schöner Bericht aber das abspielen braucht ja derbe viel recourcen